Halbzeit: 20 Wochen mit ganz viel Liebe im Bauch

September 1, 2017 0

20 Wochen habe ich nun schon ein kleines Leben im Bauch und damit auch immer einen ganz großen Haufen Liebe bei mir. Mittlerweile haben Vorfreude und Dankbarkeit die große Angst verbannt, so dass ich unser Wunder in (fast) vollen Zügen genießen kann.

Aber nun der Reihe nach:

Das Outing.

Zu Beginn der 13. Schwangerschaftswoche war ich beim heiß umstrittenen Ersttrimesterscreening. Für mich stand es von Anfang an nicht zur Debatte, ob ich irgendeine Untersuchung nicht machen würde. Ich wollte schon immer zu jedem möglichen Zeitpunkt wissen, was in mir passiert und wie es meinem kleinen Baby ergeht. Der Arzt war ein sehr nüchterner Mensch und konnte meine Aufregung über diesen wirklich umfangreichen Ultraschall nicht teilen. Zwischen all seinen Erkenntnissen über meinen kleinen Bauchbewohner, die er in seinen nichtvorhandenen Bart murmelte, erwähnte er dann beiläufig, dass wir einen kleinen Jungen bekommen werden. – „Ich weiss“, dachte ich mir. Für mich war die Aussage eine reine Bestätigung von dem, was ich tief in mir schon geahnt hatte. Die Freude konnte also nun aus mir rausbrechen. Ich konnte es gar nicht erwarten, es dem Mann an meiner Seite zu berichten, denn ich wusste, dass er sich männliche Verstärkung genauso sehr gewünscht hatte, wie ich.

Anschließend verbrachten wir eine Woche Babymoon in Sardinien, genossen die Zeit zu zweit und ließen uns von der italienischen Mentalität endschleunigen.

Die Wehwehchen.

Nachdem die olle Übelkeit überstanden war, schlich sich der neue Feind in mein Leben: Bauchschmerzen. Es vergeht kein Tag ohne Krämpfe, Ziehen und einen knallharten Bauch. Wenn man noch nie schwanger war, weiss man ja nicht, inwieweit das alles normal ist. Immerhin wächst in mir ein neues Leben – natürlich tut das weh und kostet meinem Körper enorm viel Kraft. Normalerweise krieche ich auf allen Vieren und leide sämtliche Schmerzen weg bevor ich einen Arzt aufsuche. Aber hier geht es nicht mehr um mich, hier geht es um meinen kleinen Sohn. Also führte mich der nächste Weg zu meiner Frauenärztin, die uns sehr gründlich untersuchte und mir damit etwas Angst nahm. Seit dem bin ich krankgeschrieben und liege mehr als mir lieb ist in der Horizontalen um uns die nötige Portion Ruhe zu geben.

Trotz aller Schmerzen konnte ich Anfang August, in der 16. Schwangerschaftswoche, das erste mal ein kleines Kitzeln im Bauch spüren. Es war wie eine Feder, die mich von innen streichelte. Ich hielt schlagartig den Atem und jegliche Bewegung an. Dieser Moment durfte doch nicht so schnell wieder vorbei sein! Ich wollte es unbedingt noch einmal spüren.   Für den Augenblick hatte ich keine Chance mehr, aber seit dem sagt er mir jeden Tag auf seine Weise „hallo, ich bin hiiiieeeer“. Das ist mit Abstand das wunderbarste Gefühl, was ich bisher erleben durfte.

Der Nestbautrieb.

Mein Papa und mein Andy haben mich und meinen Nestbautrieb herrlich unterstützt. Ich möchte ja immer alles auf einmal und sofort. Natürlich weiss ich, dass das nicht geht und vor allem auch nicht nötig ist, aber Geduld ist eben nicht meine Stärke. (Frauending?)

So wurde mein ehemaliges Home-Office geräumt, renoviert und mit ersten Möbeln bestückt. Nach vielen Diskussionen über die Notwendigkeit eines eigenen Raumes für ein Neugeborenes bin ich mittlerweile so so so happy, dass nun die kleinen Bodys, Hemdchen, Söckchen und Spielsachen ihren Platz gefunden haben. Dem kleinen Räuber ist es vermutlich egal. Aber ich erfreue mich sehr über die Tatsache, dass ich mein kleines Interieur-Designer-Herz ausleben lassen kann.

Die Feindiagnostik.

Ein weiterer Meilenstein der Schwangerschaft war die Feindiagnostik pünktlich zur Halbzeit. Ich wollte mich nicht verrückt machen und versuchte meine Gedanken dazu in eine positive Richtung zu steuern. Dennoch war in der Nacht vorher nicht wirklich an Schlaf zu denken. Was wäre wenn? … Ich möchte solche Gedanken nicht fortführen.

Also lag ich nun wieder bei dem Mann ohne Feingefühl und ließ mir den Ultraschallkopf über die Murmel schwingen. Zum Glück hielt mein Mann mir dabei die Hand. Was für ein wunderbares Erlebnis! Da waren wir nun, elf Jahre später und sahen das erste Mal gemeinsam unseren Sohn in Action. Er strampelte wie verrückt in seiner Höhle und verpasste mir einige ordentliche Tritte. Es schien, als wollte er uns zeigen, was er alles schon kann. Der Arzt meinte, er wäre sehr sehr aktiv für sein Alter – und vor allem: gesund. Mir ist durchaus bewusst, dass diese Aussage keine Garantie ist. Aber sie beruhigt und gibt eine Tendenz.

Erleichtert und voller stolz auf den kleinen Mann tanzen wir nun in die zweite Halbzeit und genießen weiter jeden Augenblick. Die Zeit jetzt ist unheimlich aufregend, überwältigend und wunderschön. Es ist unglaublich, wie die Vorfreude von Tag zu Tag steigt, den Mini kennenzulernen und ihm die Welt zeigen zu können.

Mein kleines Herz.

 

 

 

 


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