Barcelona, Baby! 5 Tipps für den gelungenen Städtetrip!

September 27, 2017 0

Zugegeben: Barcelona stand nie auf der Liste, meiner favorisierten Reiseziele. Ganz einfach deshalb, weil ich kein Fan von großen Städten und vielen Menschen bin. Aber der Herztyp und ich hatten noch eine Woche Urlaub – quasi die letzte, bevor uns unser kleiner Baby-Junge die nächsten Jahre stets begleiten wird. Also durchstöberte ich das ganze Internet und suchte nach der günstigsten Flug-Unterkunft-Kombination und stieß auf – wär hätte das gedacht – BARCELONA!

Im Urlaub und auf Reisen ließ ich mich oft treiben, lebte in den Tag hinein und wartete, was passiert. Meines Erachtens funktionieren Städtetrips so aber nicht. Darauf habe ich mich vor Abflug eingestellt und ein paar Pläne geschmiedet.

Meine Tipps für einen gelungenen Trip nach Barcelona möchte ich mit euch teilen:

1. Mit der „Hola BCN Card“ durch die Stadt

In so einer großen, hektischen und mit Touristen überfluteten Stadt ist der einzig entspannte Weg um von a nach b zu gelangen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Dafür zahlt sich die „Hola BCN Card“ aus, die für 2, 3, 4 oder 5 Tage über diesen Link gekauft werden kann. Die Preise dafür sind meiner Meinung nach mehr als fair. Besonders toll finde ich, dass der Zeitraum nach Stunden abgerechnet wird. Wenn ihr also am Flughafen ankommt, könnt ihr mit dem Voucher, den ihr nach dem Kauf per E-Mail bekommt, an der Touristeninformation im Terminal 1 & 2 eure Fahrkarte abholen. Und los geht’s. Inbegriffen sind Metro und Busse der TMB, die Renfe-Züge und die Straßenbahn im Stadtgebiet. Nicht nutzen könnt ihr die Karte für Nachtbusse und den Aerobus (Flughafentransfer) – aber dafür gibt es ja die Metro.

2. Diebe & Dealer

Wir waren keine Stunde in der Stadt angekommen und wurden direkt von einer kleinen Bande in der Metro bedrängt, die uns offensichtlich bestehlen wollten. Aber nicht mit uns, Freunde, nicht mit uns! Wir waren bestens für diesen Fall präpariert. Daher: Tragt eure Wertsachen ganz eng am Körper und am besten so wenig wie möglich davon. Ich selbst hatte nie eine Handtasche bei mir – die Kamera war mein größtes Gepäck und brauchte meine hundertprozentige Aufmerksamkeit. Mein Andy hatte unser Geld und Handys in den vorderen Hosentaschen – im Rucksack befand sich lediglich etwas zu trinken, Knoppers und Pullover.

Einer meiner liebsten Orte ist der „Placa de Catalunya“ und die davon abgehende „La Rambla“. Hier ist quasi das Herz der Stadt; überfüllt von Menschen, die in die unzähligen Geschäfte, Bars und Restaurants strömen. Eine Gedenkstelle erinnert an den schrecklichen Terroranschlag im August und verleiht ein mulmiges Gefühl beim Betreten der Flaniermeile. Dennoch ist dieser Ort immer noch belebt und wunderschön anzusehen. Hier heisst es auch schon „Augen offen halten“, denn auf der Promenade sind bereits architektonische Werke Gaudis zu finden.


Natürlich tummeln sich auch hier die Diebe. Beobachtet man die Menschen etwas, erkennt man sie recht fix. Außerdem werdet ihr mit großer Wahrscheinlichkeit mit den Worten „Coffeeshop“ oder „Cannabis“ angesprochen. Wie man darauf reagiert, ist in diesem Fall jedem selbst überlassen. Unsere einzig gültige Reaktion war ein flüchtiges Lächeln inklusive Kopfschütteln und ein zügiger Schritt in die andere Richtung.

3. Ciutat Vella – Altstadt und Zentrum von Barcelona 

Die Stadtviertel Raval, Barri Gotic, El Born und Barceloneta bilden den Distrikt Ciutat Vella. Perfekter Ausgangspunkt, um diese einzelnen Orte mit ihrem einzigartigem Flair zu Fuss zu erkunden, ist die Rambla:

Raval liegt westlich der Rambla und gilt als multikulturellstes Viertel Barcelonas, das Viertel der Einwanderer. Hier findet ihr zum Beispiel auch die Boqueria (eine wahnsinnig beeindruckende Markthalle) und das Palau Güell.


Östlich an die Rambla angrenzend befindet sich das „Barri Gotic“ – das gotische Viertel mit engen, verwinkelten Gassen, tollen kleinen Boutiquen und Confiserien. Die Architektur hier ist umwerfend schön – wie die Kathedrale von Barcelona am besten widerspiegelt. Ein Gang ins Innere lohnt sich hier voll und ganz!


El Born ist ein angesagtes Pflaster und Anlaufpunkt für Künstler. Hier findet ihr kleine Galerien und Designergeschäfte. Und den „Arc de Triomf“ – ein netter Platz, aber für mich jetzt nicht unbedingt als wichtiges Highlight anzusehen.


Barceloneta befindet sich weiter östlich zwischen Hafen und Strand. Für viele Menschen ist Barcelona gerade deshalb so toll, weil es eine Mischung aus Strand- und Stadtleben bietet. Nun, ich liebe das Meer und kann mich nie satt sehen. Der Geruch, die Geräusche und die Weite tun meinem Kopf besser, als jede Therapie. Als ich an der Strandpromenade Barcelonas entlang lief, dachte ich mir „So stelle ich mir Miami vor“. Ein ganz anderes Flair wurde mir vermittelt, als ich es bisher kannte. Es hat mir gut gefallen, aber es gab mir nicht den „Kick“ eines Strandes, wie ich ihn sonst kannte.


4. Sagrada Familia & Park Güell – Was für ein Gaudi!

Der Gaudi war ja ein ganz schön verrückter Typ. Sobald ich in der Stadt ankam, wollte ich am liebsten alle Werke von ihm vor Ort anschauen. Das geht natürlich auch immer problemlos. Zumindest von außen. Oder, wenn man genügend Kohle hat, auch von innen. Wir haben nicht genügend Kohle. Bei einem Eintrittspreis in die Sagrada Familia von 31 Euro pro Person zzgl. Bearbeitungsgebühr entschied ich mich dagegen. Sorry, Gaudi. Aber das ist frech. Dennoch: Die Preise ändern sich, also checkt das ruhig vorher ab! Clever ist es sowieso, die Tickets dafür hier vorher online zu kaufen, denn die Kapazitäten sind begrenzt und wir hatten es tatsächlich erlebt, dass die Attraktionen „ausverkauft“ waren und wir blöd aus der Wäsche schauend vor dem Eingang standen.

Die Sagrada bestaunten wir also nur von außen. Das reichte um mir einen ehrwürdigen Schauer zu bescheren. Es gab wenig Momente in meinem Leben, in denen ich so beeindruckt war. Wer nicht wenigstens davor steht und sich etwas mit ihrer Geschichte beschäftigt, hat definitiv so einiges verpasst.


Um wenigstens ein Werk von Gaudi hautnah zu erleben, beschlossen wir den Park Güell zu besuchen. Schließlich ist er oft das Aushängeschild auf sämtlichen Werbeportalen Barcelonas. Ehrlicherweise muss ich nun sagen, dass ich ganz schön enttäuscht war. Nicht von seiner Kunst, nein, um Himmels Willen. 400 Menschen werden alle 30 Minuten in den Park geschleust. Man kann so lange drin bleiben, wie man möchte. Im Durchschnitt werden zwei Stunden dafür angegeben. Also begann nun der Kampf um die begehrten Fotos, die man eben so kennt und auch selber schießen möchte. Inmitten einer Baustelle, umsäumt von armen Händlern, die versuchten ihren Kram zu verkaufen, wurde ich also von gefühlt Trillionen Menschen geschoben, gedrängt und gefotobombt. In diesem Moment wusste ich wieder, wieso ich die einsame Natur der großen Stadt bevorzuge. Barcelona ist wirklich überflutet von Touristen. Eine echte Trendstadt. Ich finde, das sollte einem vorher noch einmal deutlich gesagt werden, so dass man sich darauf einstellen kann. Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft findet öfter Graffiti a la „Fuck Tourists“ welche den Ärger der Einheimischen zum Ausdruck bringen.


5. Barcelona’s perfekte Draufsicht

Um wenigstens etwas „Ruhe“ zu finden, wollten wir das zentrale Geschehen etwas verlassen und uns die Stadt einmal von oben anschauen. Dafür empfehle ich zwei verschiedene Spots: Den „Monte Tibidabo“ und die „Bunkers del Carmel„.

Schön an der ehemaligen Bunkeranlage ist definitiv der 360-Grad-Rundum-Blick und die doch recht zentrale Lage. Ein Geheimtipp ist dies aber schon lange nicht mehr. Bei meiner vorherigen Recherche erschien mir der Ort als recht unentdeckt. Der Glaube daran wurde mir schlagartig genommen, als ich die vielen Menschen auf den alten Mauern sitzen sah. Dennoch ein perfekter Ort für einen „Draufblick“ und für ein kleines Gefühl von Natur.

Auf den Tibidabo gelangt man am Besten mit der Standseilbahn, der Funicular. Ich mag solche Fahrten ja sehr. Oben angekommen wird man von einer Art Vergnügungspark und einer wunderschönen Kirche empfangen. Was für eine verrückte Mischung. Aufgrund meiner Schwangerschaft wurde ich leider von der Riesenrad-Betreiberin abgewiesen und investierte meine 3,50 Euro in den Fahrstuhlbetreiber der Kirche, um eben wenigstens auf den höchsten Aussichtspunkt zu gelangen. Das hat sich auch wirklich gelohnt, denn die Weitsicht auf Barcelona ist wirklich wunderschön – genau wie das Innere der Kirche und deren absolut überwältigende Mosaikkunst.

Gerne könnt ihr mir in den Kommentaren eure Erfahrungen mit der Stadt hinterlassen! Ich bin gespannt, was ich verpasst habe und was ich unbedingt bei meinem nächsten Besuch erleben muss!


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