36 Wochen Schwangerschaft – Tür an Tür mit Anfang und Ende

Dezember 17, 2017 0

Versteht mich nicht falsch. Ich freue mich so sehr auf mein kleines Baby. Auf den Moment, wenn wir uns das erste Mal in die Augen schauen, ich ihn im Arm halten und ihn mit Küssen überschütten kann. Ich werde ihm die Welt zeigen und dabei wahrscheinlich permanent an ihm riechen und versuchen, seine kleinen dicken Füße vor lauter Süßhaftigkeit nicht aufzuessen. Gleichzeitig werde ich immer für ihn kämpfen und sorgen wie eine Löwin.

Aber… Ich bin wirklich froh, wenn die Schwangerschaft vorbei ist. Ehrlich? Ich verstehe die Frauen nicht, die das alles als ganz toll empfinden und die Zeit rundum genießen – beneidenswert. Ja, es ist ein Wunder. Ja, ich bin unendlich dankbar, dass ich einen Menschen selbst erschaffen kann. Und ja, das geht nicht spurlos an einem vorbei. Ich lasse mir auch gerne meinen Schlaf rauben und opfere mein Bindegewebe. Um nichts in der Welt würde ich tauschen wollen. Und ich würde immer wieder alles tun, damit er sich in seiner Höhle wohl fühlt und sich zu einem Prachtkerl entwickelt.

Und trotzdem möchte ich so gern meine körperliche Unbeschwertheit zurück. Seit Wochen, Monaten, vergeht kein Tag ohne Schmerzen. Ich fühle mich wie ein feuerspuckender Drache weil ich 24/7 von heftigstem Sodbrennen gequält werde. Täglich schießt mir unerwartet die Kotze in den Mund oder ich bekomme ein Messer in den Unterleib gerammt. Der Bauch ist so riesig dass man sich bei jeder Bewegung ausloten muss, damit man entweder nicht umfällt oder überhaupt seine eigene Körperposition verändern kann. Das Wasser wird im ganzen Körper gebunkert, so dass die Fußknöchel nicht sichtbar sind, alles krabbelt und der Verlobungsring nicht mehr passt. Tief durchatmen? Fehlanzeige. Stattdessen fühlt man sich doch täglich wie kurz vor dem Urknall. Und dann frage ich mich, was noch kommen wird. Die Übungswehen sind ja nur der Anfang. … Wie kann man das geil finden? Oder sich diese Zeit zurück wünschen?

Genug genörgelt. Es ist der 3. Advent und Zeit für Dankbarkeit. Für unser Wunder und jede einzelne Bewegung, die ich in meinem Bauch spüren darf. Es gibt zu viele Paare da draußen, die sich genau das alles wünschen würden aber aus den verschiedensten Gründen nicht erleben können. Das ist mir durchaus bewusst. Aber manchmal… da hat man es eben einfach nur satt. Ich denke, dass mich die ein oder andere Mami unter euch verstehen wird.

Theoretisch können wir in einem Monat unserem kleinen Muckbert das erste Mal in die Augen schauen und „Hallo“ sagen. Wo ist denn bitte die Zeit hin? Sämtliche Baby-Utensilien liegen startklar bereit, die Kliniktasche steht gepackt neben der Wohnungstür und alle wichtigen Dokumente sind vorbereitet. Fehlt nur noch der kleine Stern.


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