29 Wochen schwanger – Eine ganz schön lange kurze Zeit

Oktober 27, 2017 0

Seit 29 Wochen schlagen nun zwei Herzen in mir. Das ist eine ganz schön lange und doch kurze, aber vor allem unheimlich aufregende Zeit. Unglaublich, was mein Körper in diesen Wochen so leistet. Er formt einen Menschen – und ich weiss jetzt schon, dass er für mich perfekt sein wird.

Langsam wird das Leben beschwerlicher. Der Bauch fühlt sich für mich jetzt schon so mächtig an, dass er manchmal ganz schön im Weg ist. Socken kann ich nur noch im Sitzen anziehen, statt Schwangerschaftsjeans bevorzuge ich nun tatsächlich Leggings oder Strumpfhosen und manchmal bleibe ich mit der Kühlschranktür am Bauch hängen. Nachts wache ich bei jeder Drehung auf, muss mindestens einmal zum Pipi machen durch den kalten Flur ins Bad huschen und streichle danach lange meinen Bauch, damit mein Baby wieder zur Ruhe kommt und mich schlafen lässt. Tagsüber bin ich schnell erschöpft und liebe die Horizontale mehr als ich es jemals in meinem Leben getan habe.

Mich faszinieren seine Bewegungen im Bauch. So fühlen sich also Wunder an. Ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben darf und würde das Gefühl am liebsten in eine Kiste packen damit ich es bei Bedarf noch einmal erleben kann. Vor Kurzem hat es sich noch angefühlt, als kitzelt mich lediglich eine Feder von innen. Jetzt sind es schon ordentliche Tritte, die mich ab und an sogar dazu bringen, meinen Körper komisch zu verbiegen.

Je weiter die Zeit voran schreitet, umso mehr Gedanken mache ich mir über die Geburt. Ich habe keine Angst, dass mein Körper es nicht schaffen und versagen könnte. Auch nicht vor dem Schmerz – der vergeht ja wieder. Außerdem weiss ich ja (zum Glück) nicht, was auf mich zukommt. Und dennoch sitzt bei dem Gedanken daran ein fieser Klos in meinem Hals. Ich habe Angst, dem kleinen Mann könnte etwas passieren auf seiner Reise in unsere Welt. Ich habe Angst, vor einer negativen Mitteilung der Ärzte über seinen Gesundheitszustand. Und ich habe Angst, dass mich mein Instinkt täuschen könnte, ich überfordert bin und nicht weiss, was ich tun soll. Aber ehrlich, wäre das nicht auch ein bisschen normal?

In den nächsten Wochen werden wir uns das Krankenhaus inklusive Kreissäle anschauen, einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen, wichtige Dokumente und Anträge vorbereiten und die letzten Utensilien für unseren Babyjungen besorgen. Ich versuche alles so perfekt wie möglich vorzubereiten. Und trotzdem stehe ich oft hilflos da und bin mir nicht sicher, ob ich annähernd alles richtig bedenke.

Zum Glück ist der Mann an meiner Seite. Und der macht das alles ganz fantastisch. Er beschützt mich und unseren Sohn so gut er kann, sorgt sich um unser Wohlbefinden, erträgt meine kleinen Launen und trocknet die vielen sinnlosen hormongenerierten Tränen. Er schafft es sogar ganz interessiert zu wirken, wenn ich ihm die verschiedenen Formen von Schnullern erkläre und eine Entscheidung darüber von ihm einfordere. Wir hatten elf Jahre Zeit ein super Team zu werden. Dafür bin ich jeden Tag dankbar, denn genau jetzt brauchen wir diese Grundlage mehr denn je. Ich verstehe die Menschen nicht, die denken, ein Baby könnte eine Beziehung retten oder festigen.

Vorfreude auf unseren kleinen Stern hin oder her: Manchmal könnte ich mich ganz Mädchen-like in die Panik reinsteigern. Aber hej. Ich bin so unendlich dankbar in einem Land mit super medizinischer Versorgung zu leben, meine Mädchen-Gang um mich zu haben, die mich auf meiner Reise wirklich sehr unterstützt, und unsere tolle Familie zu haben, die alles für das Wohl des Nachwuchses machen würde. Es kann doch eigentlich gar nichts schief gehen.

Aber: wer noch Tipps in Vorbereitung für unser großes bevorstehendes Ereignis hat: Bitte immer gerne her damit, ich bin dankbar über jeden Rat.


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